Willkommen! Diese RIP-Software bereitet deine mit der 3DZ Lenticularsoftware erstellten Interlacing-Daten optimal für den hochauflösenden Druck auf – inklusive exakter Farbseparation, Rasterung und intelligenter Bogenmontage.
System-Hinweis: Die hochauflösende Rasterung von Lentikulardaten (insbesondere bei FM-Rastern) ist speicherintensiv. Achte auf die RAM-Auslastung bei großen Druckformaten über 600 DPI.
1. Dateien & Profile laden
Um ein Druckprojekt vorzubereiten, müssen zunächst die Basisdaten und Farbprofile definiert werden:
- Bild- / Interlacingdaten: Lade die fertig interlaceten Bilddateien (RGB oder CMYK im TIF/BMP-Format), die aus der 3DZ Software exportiert wurden.
- Printer Information (.txt): Lade die zugehörige Textdatei aus der 3DZ Software. Diese enthält wichtige Parameter wie die optische Druckbreite, Höhe, Pitch (LPI) und Linsenausrichtung (LensDirection).
- Farbmanagement (ICC): Wähle im linken Bereich das korrekte RGB-Eingabeprofil und das gewünschte CMYK-Ausgabeprofil (z. B. ISO Coated v2) für deinen Drucker.
2. RIP-Parameter einstellen
Definiere nun die exakten Raster- und Ausgabe-Einstellungen für die Belichtung oder den Druck:
- Belichter-Auflösung (DPI): Die absolute Hardware-Ausgabeauflösung deines Druckers oder Plattenbelichters (z. B. 2400 DPI). Ein Qualitätsbalken zeigt dir direkt an, wie viele Graustufen (Tonwerte) bei der gewählten Auflösung erhalten bleiben.
- Rastertyp: Wähle zwischen klassischen amplitudenmodulierten (AM) Rastern (Punkt, Linear, Elliptisch) oder frequenzmodulierten (FM) Rastern (BlueNoise, Floyd-Steinberg, DirectBinarySearch). FM-Raster eignen sich besonders gut, um Moiré-Effekte mit der Lentikularlinse zu vermeiden.
- Rasterweite (L/cm): Bei AM-Rastern definierst du hier die Feinheit des Rasters. Bei FM-Rastern wird diese Option automatisch deaktiviert.
- Winkel: Lege die individuellen Rasterwinkel für die Kanäle Cyan, Magenta, Yellow und Black fest (Standard: C=15°, M=75°, Y=0°, K=45°).
- Überfüllung (Trapping): Gib einen Wert ein, um benachbarte Farbflächen minimal überlappen zu lassen (Erode/Dilate), um weiße Blitzer bei Passerdifferenzen im Druck zu vermeiden.
3. Nutzenanordnung (Nesting)
Wenn du mehrere Lentikularbilder auf einem großen Druckbogen platzieren möchtest, nutze die integrierte Bogenmontage:
- Definiere die Bogengröße (Breite x Höhe in mm) und den gewünschten Rand/Abstand zwischen den Motiven.
- Ziehe per Doppelklick die vorbereiteten Rasterdaten (Cyan-Auszüge als Referenz) in die Bogenvorschau.
- Das System platziert die Nutzen automatisch flächenoptimiert. Du kannst sie aber auch per Drag & Drop manuell verschieben. Ein Magnet-Raster und eine Kollisionserkennung verhindern, dass sich Motive überschneiden.
4. Ausgabe & Softproof
Rasterung & Multipage-TIF
Klicke auf Daten erstellen bzw. Bogen ausgeben. Die Software separiert das Bild, wendet die Rasteralgorithmen an und speichert für jeden Kanal (C, M, Y, K) ein hochauflösendes 1-Bit TIF. Bei aktivierter Option werden diese direkt in einem "Multipage TIF" für den RIP des Druckers gebündelt.
Visuelle Kontrolle (Softproof)
Um das gerasterte Ergebnis vor dem Druck zu überprüfen, aktiviere die Option Softproof erstellen. Das Programm generiert aus den 1-Bit-Druckdaten ein farbverbindliches RGB-Vorschaubild (unter Berücksichtigung des ICC-Profils und Gammewertes), das dir genau anzeigt, wie die Rasterpunkte auf dem Papier zusammenwirken.
5. Unterstützte Druckverfahren & 1-Bit Bypass
Dieses Programm ist als universeller RIP konzipiert und löst gezielt Herausforderungen in verschiedenen industriellen Druckverfahren:
- Industrieller UV-Digitaldruck (Der Lentikular-Spezialfall): Standard-Digitaldrucker rastern Bilder über ihr eigenes Digital Front End (DFE). Beim Lentikulardruck zerstört dieses erneute Resampling oft die präzise berechneten Bildstreifen und erzeugt massives Moiré. Diese Software liefert exakte 1-Bit-Daten (insbesondere durch Moiré-resistente FM-Raster), die einen sogenannten 1-Bit Bypass ermöglichen. Der Drucker-RIP wird umgangen und die Pixel werden unbeschadet 1:1 direkt auf die Linse oder das Trägermaterial gedruckt.
- Offsetdruck (CtP): Die finale Ausgabe als vier separierte 1-Bit-TIFs (mit CCITT Group 4 Komprimierung) ist der weltweite Standard für die Computer-to-Plate (CtP) Belichtung im klassischen Offsetdruck.
- Siebdruck & Flexodruck: Die integrierten Werkzeuge für grobe AM-Raster (wie Linien- oder Punktmuster) sowie die zwingend erforderliche Überfüllung (Trapping) machen die ausgegebenen Daten optimal für die Film- oder Plattenherstellung dieser Drucktechniken.